Einweihung Offshore-Windpark He Dreiht: Deutschlands größter Windpark auf See stärkt Versorgungssicherheit

  • Windpark in der deutschen Nordsee ist vollständig errichtet
  • Mit einer installierten Leistung von 960 Megawatt ist er der größte Offshore-Windpark in Deutschland
  • Vollständige Inbetriebnahme in den kommenden Monaten

 

17.09.2026 | Die EnBW Energie Baden-Württemberg AG (EnBW), Allianz, AIP Management und Norges Bank Investment Management haben im Beisein von Bundesumweltminister Carsten Schneider den Offshore-Windpark He Dreiht eingeweiht. Mit 64 Anlagen und einer installierten Leistung von 960 Megawatt (MW) ist er der größte Offshore-Windpark Deutschlands. Realisiert wurde er ohne staatliche Förderung und finanziert sich allein über langfristige Stromabnahmeverträge. He Dreiht leistet künftig einen wichtigen Beitrag zur Versorgungssicherheit und zur Dekarbonisierung des Energiesystems; rechnerisch deckt der Windpark den jährlichen Strombedarf von rund 1,1 Millionen Haushalten ab.

Georg Stamatelopoulos

„Wir haben in den letzten Jahren Milliarden in den Ausbau der erneuerbaren Energien investiert. He Dreiht ist die größte Einzelinvestition der EnBW im Bereich der Erneuerbaren. Und auch ein perfektes Beispiel, wie sich erneuerbare Energie am Markt durchsetzen kann, wenn die Rahmenbedingungen passen“, sagt Dr. Georg Stamatelopoulos, Vorsitzender des Vorstands der EnBW. „Wir brauchen mehr solche Projekte wie He Dreiht, die bezahlbaren, sicheren und sauberen Strom liefern. Gleichzeitig müssen wir das gesamte Energiesystem Deutschlands an diesem Dreiklang ausrichten. Und das funktioniert nur, wenn wir Mut und Pragmatismus an den Tag legen.“

Carsten Schneider

Carsten Schneider, Bundesumweltminister: „Der neue Offshore-Windpark He Dreiht ist ein starkes Zeichen für den weiteren Ausbau der Erneuerbaren in unserem Land. Damit machen wir uns unabhängiger von fossiler Energie. In der Entwicklung der Offshore-Windenergie liegt enormes wirtschaftliches Potential für die Küstenregionen, aber auch für den Wirtschaftsstandort Deutschland insgesamt. Deshalb ist es so wichtig, verlässliche politische Rahmenbedingungen für den weiteren naturverträglichen Ausbau zu schaffen.“


Günther Thallinger

Dr. Günther Thallinger, Mitglied des Vorstands der Allianz SE, Investment Management, Sustainability stellvertretend für das Konsortium aus Allianz Global Investors, AIP Management und Norges Bank Investment Management, ergänzt: „Die Energiewende ist nicht nur eine ökologische, sondern auch eine wirtschaftliche Notwendigkeit. Eine zuverlässige Infrastruktur für erneuerbare Energien stärkt die Energiesicherheit, verringert langfristige systemische Risiken und fördert die zukünftige Wettbewerbsfähigkeit. Das Projekt ‚He Dreiht‘ ist ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg dorthin für Deutschland. Gleichzeitig zeigt das Projekt, wie privates Kapital zur Finanzierung der Energiewende mobilisiert werden kann und dabei vorhersehbare langfristige Renditen für Millionen von Sparern und Empfängern einer Altersvorsorge liefert.“

Langfristige Lieferverträge statt Förderung

Die EnBW hat 2017 in der ersten Ausschreibungsrunde für Offshore-Windparks in Deutschland den Zuschlag für He Dreiht erhalten, ohne Anspruch auf staatliche Förderung. Über eine Projektgesellschaft hält das Unternehmen 50,1 Prozent der Anteile. Die übrigen 49,9 Prozent liegen bei einem Konsortium aus Allianz Global Investors im Namen von Allianz-Gesellschaften, AIP Management und Norges Bank Investment Management. Die Investitionssumme beträgt rund 2,4 Milliarden Euro.

Für die Stromproduktion wurden langfristige Stromabnahmeverträge, sogenannte Power Purchase Agreements (PPAs), abgeschlossen. Sie geben Unternehmen langfristige Preisstabilität und Planungssicherheit und unterstützen sie unmittelbar dabei, ihre eigenen Klimaziele zu erreichen. Ein Beispiel dafür ist der Technologiesektor, in dem PPAs aufgrund des steigenden Energiebedarfs durch Digitalisierung und KI-Anwendungen auch in Zukunft ein wichtiges Instrument sein werden. He Dreiht leistet damit einen substanziellen Beitrag zur Dekarbonisierung von Industrie und Wirtschaft.

Zu den Vertragspartnern zählen unter anderem Evonik, Google, die Telekom-Tochter PASM, Fraport, Bosch, Salzgitter, SHS Stahl-Holding Saar, Deutsche Bahn sowie DHL Group.

Neue Dimensionen auf hoher See

Seit Mai 2024 entstand He Dreiht auf einer Großbaustelle mitten in der Nordsee. Zu Hochzeiten arbeiteten dort mehr als 500 Menschen, über 60 Schiffe waren beteiligt, koordiniert vom Offshore-Büro der EnBW in Hamburg. Hinter dem Projekt steht eine europäische Lieferkette: Die 64 Fundamente – Stahlrohre mit neun Metern Durchmesser und 70 Metern Länge – wurden ausschließlich in Deutschland gefertigt, die Verbindungsstücke zwischen Fundament und Turm in Belgien, Großbritannien, den Niederlanden und Polen. Von den Basishäfen Esbjerg in Dänemark und Eemshaven in den Niederlanden gingen die Bauteile ins Baufeld.

Den Aufwand erklärt die Größe der Anlagen: In einer Nabenhöhe von 142 Metern überstreicht der Rotor mit einem Durchmesser von 236 Metern bei jeder Umdrehung eine Fläche von rund 44.000 Quadratmetern – so viel wie sechs Fußballfelder. Eine einzige Rotorumdrehung reicht rechnerisch für den täglichen Strombedarf von vier Haushalten. Den Anschluss ans Stromnetz übernimmt der Netzbetreiber TenneT. Über eine Plattform im Meer und zwei Seekabel gelangt der Strom an die Küste.

Nächste Ausbauschritte bereits in Planung

Die Überführung von He Dreiht in den Regelbetrieb erfolgt Schritt für Schritt: Die einzelnen Anlagen werden nacheinander ans Netz angeschlossen, getestet und hochgefahren. Erste Turbinen speisen bereits Strom ein, weitere folgen sukzessive. Nach aktuellem Planungsstand wird der Windpark in den kommenden Monaten vollständig in Betrieb sein.

He Dreiht in Zahlen

  • Standort: deutsche Nordsee, rund 85 Kilometer nordwestlich von Borkum, 110 Kilometer westlich von Helgoland
  • Anlagen: 64 Windkraftanlagen vom Typ Vestas V236-15.0 MW
  • Leistung je Anlage: 15 MW, Rotordurchmesser 236 Meter
  • Gesamtleistung: 960 MW
  • Rechnerische Versorgung: rund 1,1 Millionen Haushalte
  • Investitionssumme: rund 2,4 Milliarden Euro
  • Eigentümer: EnBW (50,1 Prozent) sowie ein Konsortium aus Allianz Global Investors (im Namen von Allianz-Gesellschaften), AIP Management und Norges Bank Investment Management (49,9 Prozent)
  • Vergabe: 2017, ohne staatliche Förderung
  • Status: vollständig errichtet, Inbetriebnahme erfolgt schrittweise

 



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Bild Carsten Schneider Copyright: BMUKN / Sascha Hilgers




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