AllianzGI aktualisiert HV-Abstimmungsrichtlinien für 2026 zur Stärkung von Governance und Nachhaltigkeit

  • Aktualisierung der Richtlinien für 2026: Neue Leitlinien unterstreichen Bedeutung der Unabhängigkeit des Aufsichtsratsvorsitzenden, ESG-bezogener Vergütung und setzen Fokus auf Diversität in Asien.
  • Aktive Stimmrechtsausübung: Im Jahr 2025 nahm AllianzGI weltweit an 8.690 Hauptversammlungen teil, stimmte über rund 90.000 Anträge ab und lehnte bei 71 % der Hauptversammlungen mindestens einen Tagesordnungspunkt ab oder enthielt sich der Stimme.
  • Gremien-Qualität: AllianzGI stimmte 2025 gegen 21 % der Mitglieder von Aufsichtsräten, zumeist aufgrund von Bedenken hinsichtlich der Dauer ihrer Amtszeit, Ämterhäufung oder der Unabhängigkeit der Ausschüsse.

02.03.2026 | Allianz Global Investors (AllianzGI) hat aktualisierte globale Abstimmungsrichtlinien für Hauptversammlungen für 2026 veröffentlicht und damit seine Vorreiterrolle in den Bereichen Governance und nachhaltige Unternehmensführung untermauert. Im Jahr 2025 nahm das Unternehmen weltweit an 8.690 Hauptversammlungen teil, stimmte dabei über fast 90.000 Anträge ab und lehnte bei 71 % der Versammlungen mindestens einen Punkt ab oder enthielt sich der Stimme. AllianzGI lehnte 21 % der Wahlen zu Aufsichtsräten ab, häufig aufgrund von Bedenken hinsichtlich der Dauer der Amtszeit, Ämterhäufung oder der mangelnden Unabhängigkeit von Ausschüssen.

Matt Christensen

Matt Christensen, Global Head of Sustainable and Impact Investing, sagt: „Als langfristige Treuhänder des Vermögens unserer Kunden verfolgen wir einen aktiven Stewardship Ansatz und setzen uns weiterhin für gute Unternehmensführung ein. Während regulatorische Änderungen die Zahl der US-Aktionärsanträge im Jahr 2026 verringern könnten, bleibt unser Fokus unverändert auf Transparenz, materiellen ESG-Risiken und langfristige Wertschöpfung gerichtet. Wir bleiben weiterhin den für unsere Kunden wichtigsten Themen verpflichtet und vertreten diese unter den sich wandelnden Rahmenbedingungen.“

Neuerungen in den Abstimmungsrichtlinien für 2026

AllianzGI überprüft jedes Jahr seine Stimmrechtsrichtlinien, um sie an die Entwicklungen und Anforderungen an Governance und Nachhaltigkeit auf den globalen Märkten anzupassen. Für 2026 wurden folgende wichtige Neuerungen eingeführt: 

  • Unabhängigkeit des Vorsitzenden: AllianzGI wird künftig keine nicht-unabhängigen Vorsitzenden des Boards mehr unterstützen, die zuvor gleichzeitig als Vorsitzender und CEO fungierten. Damit wird die Bedeutung der unabhängigen Rolle des Boards unterstrichen.
  • Inklusion: Ab 2027 erwartet AllianzGI von Aufsichtsräten, dass nicht mehr als 85 % der Mitglieder dem gleichen Geschlecht angehören. Diese Anforderung gilt für ganz Asien.
  • Vergütung des Vorstands: Angesichts der zunehmenden Bedeutung von ESG-Kennzahlen erhöht AllianzGI seine Erwartungen an deren Qualität und führt strengere Anforderungen in Bezug auf deren Eignung ein. Kennzahlen müssen auf die langfristige Strategie des Unternehmens ausgerichtet sein und sowohl für das Geschäftsmodell als auch für die Branche von wesentlicher Bedeutung sein. AllianzGI erwartet außerdem, dass Unternehmen eine doppelte Entlohnung von Leistungen im Rahmen von kurz- und langfristigen Vergütungssystemen vermeiden. AllianzGI wird gegen Vergütungspraktiken stimmen, die für kurz- und langfristige variable Vergütung dieselben Kennzahlen verwenden.
Ergebnisse der HV-Abstimmungen 2025

Vergütungsfragen weiterhin hochaktuell: Die Vergütung blieb auch 2025 ein wichtiger Streitpunkt. In Europa waren die Ablehnungsquoten in Belgien (55 %), den Niederlanden (51 %), Italien (47 %) und Deutschland (40 %) besonders hoch. Trotz verbesserter Vergütungsberichte blieben Problembereiche wie eine unzureichende Transparenz im Hinblick auf die Verknüpfung von Zielerreichung und Auszahlung sowie übermäßig diskretionäre Spielräume bei der Vergütung bestehen. Italien stand zusätzlich im Fokus. Hier lehnte AllianzGI die Hälfte der Vergütungsberichte ab, da unter anderem diskretionäre Auszahlungen Bedenken hervorriefen.

In den Vereinigten Staaten lehnte das Unternehmen 77 % der Vergütungsvorschläge ab, was auf Bedenken hinsichtlich zunehmender aktienbasierter Vergütungen sowie Sonderzulagen im Rahmen von Neueinstellungen zurückzuführen war. AllianzGI spricht sich weiterhin für leistungsbasierte Aktienpläne mit anspruchsvollen Zielen im Gegensatz zu Restricted Stocks aus.

Aktionärsanträge - Regulatorische Veränderungen und zentrale Themen: Bei Unternehmen des Russell 3000 Index ging die Zahl der Aktionärsanträge um fast 16 % zurück. Dies ist zum Teil auf regulatorische Änderungen sowie eine stärkere Fokussierung der Antragsteller zurückzuführen. AllianzGI stimmte in den USA über 501 Aktionärsanträge ab, darunter Anträge zu Corporate Governance, Vergütung, sozialen, ökologischen und kombinierten Themen. Das Unternehmen unterstützte sämtliche klimabezogenen Anträge, die sich auf eine verbesserte Offenlegung, Berichterstattung und Transparenz konzentrierten. Anträge, die darauf abzielten, die Klimaanalyse oder -maßnahmen von Unternehmen einzuschränken, wurden hingegen abgelehnt.

AllianzGI unterstützte ebenfalls alle 26 menschenrechtsbezogenen Anträge sowie Anträge, die eine verbesserte Transparenz bei politischen Spenden und Lobbyarbeit forderten. AllianzGI hebt die zunehmende Bedeutung von Aktionärsanträgen zum Thema Künstliche Intelligenz (KI) hervor und hat ein Rahmenwerk für das Engagement entwickelt, um die mit KI verbundenen Governance- und Nachhaltigkeitsrisiken besser zu adressieren.

Qualität des Boards und Nachfolgeplanung: Die Zusammensetzung des Aufsichtsrats steht weiterhin im Mittelpunkt der Stewardship-Arbeit von AllianzGI. Im Jahr 2025 stimmte das Unternehmen gegen 21 % aller Wahlvorschläge, zumeist infolge von Bedenken hinsichtlich der Länge der Amtszeiten, einer zu hohen Anzahl von Mandaten oder zu wenig unabhängiger Mitglieder in den Ausschüssen. Dies betraf beispielsweise Deutschland und Frankreich mit einer Ablehnungsquote von jeweils 33 %. In Italien stellte AllianzGI weiterhin das sogenannte „voto di lista“-System kritisch infrage und lehnte 36 % der entsprechenden Beschlüsse ab, da gebündelte Abstimmungen die Wahlmöglichkeiten der Anleger einschränken. Das Unternehmen betonte erneut die Bedeutung einer frühzeitigen und strukturierten Nachfolgeplanung für den Aufsichtsratsvorsitzenden und Mitglieder des Vorstands. 

Antje Stobbe

Antje Stobbe, Head of Stewardship bei AllianzGI, kommentiert: „Wir ermutigen Aufsichtsräte, frühzeitig mit der Nachfolgeplanung für den Vorsitzenden und die Mitglieder zu beginnen und sich zu einem klar strukturierten Prozess zu verpflichten, der den Anlegern transparent kommuniziert wird. AllianzGI legt großen Wert auf einen professionellen Suchprozess sowie eine angemessene Einarbeitungszeit für den neuen Vorsitzenden.“

Ergebnisse für Deutschland

In Deutschland stimmte AllianzGI 2025 gegen 18 % aller Anträge (2024: 18 %), bei weiteren 3 % der Anträge gab es Enthaltungen.

Vorstandsvergütung: AllianzGI stimmte 2025 gegen 40 % aller vergütungsbezogenen Anträge (2024: 44 %). Dieser Rückgang spiegelt die grundsätzlich positive Entwicklung der Vergütungspraktiken in den letzten Jahren wider. Während AllianzGI weiterhin gegen etwa 50 % aller Vergütungsberichte stimmte (55 % im Jahr 2025, 49 % im Jahr 2024), bestanden weniger Bedenken hinsichtlich der Vergütungssysteme, wo das Unternehmen 2025 gegen 44 % (67 % im Jahr 2024) stimmte. Insgesamt stimmte AllianzGI über fast 70 Vergütungssysteme im Jahr 2025 ab. 

AllianzGI setzte sein aktives Engagement zum Thema Vergütung und Berichterstattung fort, was zu einem besseren Verständnis guter Praktiken am Markt geführt hat. Bedenken bestehen aber weiterhin hinsichtlich unzureichender Transparenz im Hinblick auf die Verknüpfung von Zielerreichung und Auszahlung, insbesondere bei vielen kleineren Unternehmen, sowie hinsichtlich diskretionärer Vergütungskomponenten und wenig ambitionierter Zielvorgaben. 

Wahl von Aufsichtsratsmitgliedern: Im Jahr 2025 stimmte AllianzGI gegen 33 % aller Wahlen von Mitgliedern des Aufsichtsrats (32 % im Jahr 2024). Die geringe Unabhängigkeit vieler Aufsichtsräte, insbesondere ihrer Prüfungsausschüsse, gibt weiterhin Anlass zur Sorge. In Fällen, in denen keine Abstimmung über die Wahl von Aufsichtsratsmitgliedern möglich war, wurden etwaige Bedenken über eine Verweigerung der Entlastung zum Ausdruck gebracht. AllianzGI hat aus diesem Grund gegen 22 % dieser Beschlüsse gestimmt oder sich der Stimme enthalten. Die Ämterhäufung (Overboarding) ist nach wie vor ein großes Problem, insbesondere wenn ein Mitglied des Aufsichtsrats gleichzeitig als Vorstand tätig ist und mehr als ein Mandat bekleidet. AllianzGI berücksichtigt bei seinen Abstimmungsentscheidungen auch die zahlreichen Verpflichtungen von Aufsichtsratsmitgliedern in nicht-börsennotierten mittelständischen Unternehmen.

Kapitalgenehmigungen: AllianzGI stimmte gegen 19 % aller Anträge zu Kapitalgenehmigungen (26 % im Jahr 2024). AllianzGI hat weniger Kapitalanträge abgelehnt, was darauf hindeutet, dass sich die Marktpraxis hinsichtlich der beantragten Volumina (sowohl mit als auch ohne Bezugsrechte) verbessert hat. Gründe für die Ablehnung waren Anträge zu Kapitalgenehmigungen ohne Bezugsrechte, die 10 % der ausgegebenen Aktien überstiegen, oder Anträge, die über die von AllianzGI festgelegten Grenzen hinausgingen.

Prozentsatz der Stimmen gegen Aktionärsanträge nach Standort
Prozentsatz der abgelehnten vergütungsbezogenen Anträge nach Standort
Prozentsatz der abgelehnten Wahlen von Mitgliedern des Boards nach Standort

Kontakte

Klaus Papenbrock
Telefon +49 69 24431-2476  |  Mobil +49 151 12105248
E-Mail: klaus.papenbrock@allianzgi.com

Vincent Teichmann
Telefon +49 69 24431-2078  |  Mobil +49 162 5614327
E-Mail: vincent.teichmann@allianzgi.com



Über Allianz Global Investors

Allianz Global Investors ist ein führender aktiver Vermögensverwalter mit mehr als 700 Investment Professionals an 21 Standorten weltweit und verwaltet ein Vermögen von 591 Milliarden Euro. Wir investieren langfristig und sind bestrebt, für unsere Kunden in jeder Phase des Prozesses Mehrwert zu schaffen. Wir tun dies, indem wir aktiv sind – in der Art und Weise, wie wir mit unseren Kunden zusammenarbeiten und ihre sich ändernden Bedürfnisse antizipieren, und indem wir Lösungen entwickeln, die auf Expertise in börsengehandelten und Privatmärkten basieren. Unser Fokus auf den Schutz und die Wertsteigerung der Vermögenswerte unserer Kunden führt naturgemäss zu einem Engagement für Nachhaltigkeit, um positive Veränderungen zu bewirken. Unser Ziel ist es, das Anlageerlebnis für unsere Kunden zu verbessern, unabhängig von ihrem Standort oder ihren Zielen.

Daten per 31. Dezember 2025. Das gesamte verwaltete Vermögen ist das zum aktuellen Marktwert bewertete Vermögen oder Wertpapierportfolio, für das die Allianz Asset Management Gesellschaften gegenüber Kunden für diskretionäre Anlageentscheidungen und das Portfoliomanagement verantwortlich sind, entweder direkt oder über einen Sub-Advisor (dazu gehören die Vermögenswerte von Allianz Global Investors, die seit dem 25. Juli 2022 von Voya IM verwaltet werden). Ausgenommen sind Vermögenswerte, für die die Allianz Asset Management Gesellschaften in erster Linie nur für administrative Dienstleistungen verantwortlich sind. Das verwaltete Vermögen wird sowohl im Auftrag Dritter als auch im Auftrag der Allianz Gruppe verwaltet.

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