Zusammenfassung
In unseren letzten Ausgaben sprachen wir über die „Gewinner“ in der Coronakrise und den „Overshooting“-Effekt der Volatilitätsanpassung (VA) sowie die Frage, warum Italien davon nicht profitiert. Heute wenden wir uns den „Verlierern“ zu. Hier spielen die Übergangsmaßnahme bei versicherungstechnischen Rückstellungen (TTP) eine entscheidende Rolle.
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Dr Florian Ueltzhöfer
Aktuar DAV/IVS
Teoman Kaplan
Aktuar DAV
Worum geht es bei der TTP und warum machen nur einige Länder von ihr Gebrauch? Die Anwendung der TTP ist meist in sehr langfristigen Verbindlichkeiten begründet, die mit hohen Garantien einhergehen, was insbesondere in Deutschland zu sehen ist. Als „Übergangsmaßnahme“ hat sie naturgemäß eine vorübergehende Wirkung. Die TTP ermöglicht den Versicherungsunternehmen eine stufenweise Verteilung des Unterschieds zwischen der HGBDeckungsrückstellung (vor Solvency II) und der „echten“ ökonomischen vers.-techn. Rückstellung bei Einführung der Solvency-II-Bewertungsvorschriften. Jedes Jahr wird die Rückstellung um ein Sechzehntel erhöht, bis im Jahr 2032 der ökonomische Wert der versicherungstechnischen Rückstellung erreicht ist.
Aber warum führt dies zu einer solchen Diskrepanz im Ergebnis in Q1/2020? Ein Grund war bereits in der Grafik in unserer dritten Ausgabe ersichtlich: In Deutschland, Österreich und Frankreich sind die Auswirkungen der TTP weitaus größer als die Auswirkungen der VA. Wie wir in der heutigen Grafik sehen, führt ein relativ kleiner Anstieg der versicherungstechnischen Rückstellungen zu einem sehr starken Rückgang der anrechnungsfähigen Eigenmittel (EOF) und (meist) auch zu einer deutlich höheren Solvabilitätskapitalanforderung (SCR).
Ein nicht so offensichtlicher – eher technischer – Grund könnte dann zu den Verlusten beigetragen haben, die wir in der ersten Ausgabe erörtert haben.
Erinnern wir uns: Aufgrund des oben beschriebenen Konzeptes wird die versicherungstechnische Rückstellung jedes Jahr um ein Sechzehntel der ursprünglichen TTP erhöht.* Dieser Effekt tritt immer im ersten Quartal eines Jahres ein. Praktisch gesehen ist es wahrscheinlich, dass ein wesentlicher Teil der in Q1/2020 verzeichneten Verluste bereits am 1. Januar eingetreten ist, also weit vor den Marktturbulenzen im März.
Noch mehr lässt sich allerdings zu den vorhersehbaren „technischen Verlusten“ sagen: Da es hier um Länder mit relativ langfristigen Verbindlichkeiten geht, muss noch ein weiterer Effekt in Betracht gezogen werden. Wie Sie alle wissen, ist die Ultimate Forward Rate (UFR) nicht so „endgültig“, wie ursprünglich definiert. Momentan sinkt die UFR jedes Jahr um 15 Basispunkte. Damit gehen auch die für die Abzinsung langfristiger Verbindlichkeiten verwendeten Zinssätze kontinuierlich und unabhängig von der Marktentwicklung zurück. In Verbindung mit dem Rückgang der Vermögenswerte während der Krise führt dies zu einem niedrigeren Solvabilitätskoeffizienten.
In Norwegen könnten diese Effekte noch ausgeprägter gewesen sein. Darauf werden wir in unserer nächsten Ausgabe ebenfalls eingehen.
Diese kurze Analyse kann zwar nicht auf alle Gründe für diese starken Veränderungen des Solvabilitätskoeffizienten eingehen, sollte aber als Grundlage für weitere Überlegungen dienen.
Auswirkungen der Entfernung der TTP auf die technischen Rückstellungen (TP), die anrechnungsfähigen Eigenmittel (EOF) und die Solvabilitätskapitalanforderung (SCR) per Dez. 2019 und Dez. 2020
Quelle: EIOPA-Bericht zu Maßnahmen für langfristige Garantien und Aktienrisiko 2019 und 2020.
*Der Vergleich mit den verbleibenden TTP-Auswirkungen zum Jahresende 2020 gibt einen guten Hinweis auf die jährlichen Auswirkungen.
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Zusammenfassung
In Überlegungen über die Auswirkungen der Übergangsmaßnahmen bei versicherungstechnischen Rückstellungen (TTP) und der Suche nach einer Erklärung für die Solvabilitätsentwicklung der „Verlierer“ scheint die Ultimate Forward Rate (UFR; der „Ewigkeitszins“) eine entscheidende Rolle zu spielen. Sehen wir uns einmal genauer an, warum das so ist: