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Gold rückt wieder in den Fokus, da der US-Dollar nachgibt
Der Goldpreis ist Anfang August kräftig gestiegen und legte innerhalb weniger Tage um rund 4 bis 5 % zu. Aktien von Goldminenunternehmen verzeichneten sogar noch stärkere Kursgewinne. Nach einer längeren Phase verhaltener Entwicklung hat Gold damit wieder eine vielbeachtete technische Marke überschritten: seinen 50-Tage-Durchschnitt. Für Anleger stellt sich nun die Frage, ob es sich lediglich um eine kurzfristige Erholung handelt oder ob ein nachhaltiger Aufwärtstrend begonnen hat.
Im Folgenden betrachten wir die wichtigsten Treiber der jüngsten Entwicklung, die Faktoren, die den Goldpreis derzeit stützen, sowie die Risiken, die den Aufwärtstrend gefährden könnten.
Der wichtigste Treiber: Ein schwächerer US-Dollar
Gold wird in US-Dollar gehandelt. Entsprechend steigt der Goldpreis häufig, wenn der Dollar an Wert verliert. Für Käufer aus anderen Währungsräumen wird Gold dadurch günstiger, was die Nachfrage unterstützt. In den vergangenen Wochen fiel der US-Dollar auf den niedrigsten Stand seit mehreren Wochen. Dafür gibt es mehrere Gründe: schwächere Arbeitsmarktdaten in den USA, eine erneute Debatte über die Vorteile einer schwächeren US-Währung für die Wirtschaft sowie die gemeinsamen Maßnahmen zur Unterstützung des japanischen Yen.
Im Hintergrund wirkt zudem ein übergeordneter Trend, den viele Marktteilnehmer als „Debasement Story“ bezeichnen. Gemeint ist die Sorge, dass eine hohe Staatsverschuldung langfristig die Kaufkraft von Papierwährungen beeinträchtigen könnte. Gold profitiert in einem solchen Umfeld häufig von seiner Wahrnehmung als Wertspeicher.
Bemerkenswert ist diesmal, dass Gold trotz vergleichsweise hoher Zinsen zulegen konnte. Üblicherweise wirken steigende Zinsen belastend, da Gold keine laufenden Erträge erwirtschaftet und die Opportunitätskosten einer Goldanlage zunehmen. Die aktuelle Entwicklung deutet darauf hin, dass die Belastung durch höhere Zinsen derzeit vom schwächeren US-Dollar überlagert wird.
Welche Faktoren stützen den Goldpreis?
Zentralbanken kaufen wieder verstärkt Gold: Nach einer ruhigeren Phase zu Jahresbeginn haben Zentralbanken ihre Goldkäufe erneut ausgeweitet. Besonders China tritt als Käufer auf, daneben unter anderem Polen und Usbekistan.
Branchendaten weisen für das zweite Quartal auf eine Rekordnachfrage von Zentralbanken und Staatsfonds hin. Diese Nachfrage ist in der Regel langfristig orientiert und kann dem Markt eine stabile Unterstützung bieten.
Vor allem China scheint die zwischenzeitlichen Preisrückgänge genutzt zu haben, um seine Goldbestände antizyklisch auszubauen. Dadurch wurde der Goldpreis im Bereich von rund 4.000 US-Dollar je Unze stabilisiert. Gleichzeitig haben kurzfristig orientierte Investoren ihre Positionen bereits deutlich reduziert. Daten des Terminmarkts deuten darauf hin, dass viele spekulative Anleger ihre Long-Positionen schon zu Jahresbeginn weitgehend abgebaut hatten. Auch die Abflüsse aus Gold-ETFs haben sich inzwischen stabilisiert.
Saisonale Rückenwinde
Historisch betrachtet entwickelt sich Gold häufig im Spätsommer und Herbst positiv. Unterstützt wird dies unter anderem durch die Nachfrage rund um die indische Fest- und Hochzeitssaison sowie durch Käufe aus China vor dem Jahresende. Saisonale Effekte allein sind zwar selten ausschlaggebend, sie verbessern jedoch derzeit das Marktumfeld für Gold.
Ein weiterer Aspekt betrifft die jüngste Ankündigung der US-Regierung zu ihren Finanzierungsvorhaben. Die geplante Emission von Staatsanleihen blieb weitgehend unverändert und entsprach den Erwartungen des Marktes. Eine deutlich höhere Kreditaufnahme hätte die Renditen langfristiger Staatsanleihen steigen lassen und den Goldpreis belasten können. Dass dieser potenzielle Gegenwind ausgeblieben ist, wird von den Märkten positiv aufgenommen.
Was könnte den Trend gefährden?
Trotz des derzeit günstigen Umfelds ist ein weiterer Anstieg des Goldpreises keineswegs garantiert. Anleger sollten insbesondere drei Risiken im Blick behalten:
- Eine Erholung des US-Dollars
Die Schwäche des US-Dollars ist derzeit der zentrale Treiber der Goldrally. Sollten US-Konjunkturdaten wieder besser ausfallen oder der Druck auf den Yen nachlassen, könnte sich der Dollar stabilisieren. Das würde den Goldpreis voraussichtlich belasten. - Höhere Zinserwartungen
Sollten die Märkte künftig von einer restriktiveren Geldpolitik der US-Notenbank ausgehen, könnten die Opportunitätskosten von Gold erneut stärker in den Vordergrund rücken. Dies könnte die Nachfrage nach dem Edelmetall dämpfen. - Eine Eskalation im Nahen Osten
Obwohl Gold häufig als sicherer Hafen in geopolitisch unsicheren Zeiten gilt, verlief die Entwicklung nach der Konfrontation zwischen Iran und den USA zuletzt gegenteilig. Eine mögliche Verschärfung von Handelsstörungen, etwa durch Beeinträchtigungen im Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus, könnte den Inflationsdruck erhöhen. Dies wiederum könnte die US-Notenbank davon abhalten, ihre Geldpolitik stärker zu lockern.
Was bedeutet das für Anleger?
Für langfristig orientierte Anleger liegt die Attraktivität von Gold aus unserer Sicht weniger in kurzfristigen Kursbewegungen. Wichtiger ist seine Rolle als Diversifikator im Portfolio. Gold hat sich in der Vergangenheit häufig anders entwickelt als Aktien oder Anleihen, insbesondere in Phasen erhöhter Unsicherheit oder eines schwächeren US-Dollars.
Die Kombination aus einem nachgebenden US-Dollar, einer robusten Nachfrage seitens der Zentralbanken und saisonalen Rückenwinden erklärt, weshalb Gold derzeit wieder verstärkt die Aufmerksamkeit der Anleger auf sich zieht.
Ein Engagement ist auf unterschiedlichen Wegen möglich: über physisch besicherte Anlageprodukte, über direktes Goldinvestment oder über Aktien von Goldminenunternehmen. Letztere reagieren in der Regel stärker auf Veränderungen des Goldpreises, sowohl nach oben als auch nach unten. Einige Analysten halten die Bewertungen im Minensektor derzeit für attraktiv.
Hinweis: Dieser Artikel wurde mithilfe von Künstlicher Intelligenz (KI) übersetzt und anschließend geprüft. Übersetzungsfehler oder Auslassungen können jedoch nicht vollständig ausgeschlossen werden. Die Originalversion des Artikels finden Sie hier: Gold back in focus | Allianz Global Investors