Liability Driven Investing (LDI): Ein Ansatz zur Steuerung von Pensionsverpflichtungen

Pensionspläne mit festen Leistungszusagen (sogenannte Defined‑Benefit‑Pensionspläne) stehen vor der Herausforderung, langfristige Verpflichtungen zuverlässig zu erfüllen und gleichzeitig die Auswirkungen von Marktbewegungen auf Bilanz und Eigenkapital zu begrenzen. Insbesondere unter IFRS reagieren Pensionsverpflichtungen sehr sensibel auf Veränderungen des Zins- und Inflationsumfelds. Bereits moderate Marktbewegungen können zu erheblichen Schwankungen im IFRS-Ausfinanzierungsgrad und im Other Comprehensive Income (OCI) führen.

Liability Driven Investing (LDI) hat sich vor diesem Hintergrund als ein zentraler Baustein in der Anlagestrategie vieler institutioneller Pensionspläne etabliert.

Warum sind Pensionsverpflichtungen besonders risikosensitiv?

Bei Defined‑Benefit‑Pensionsplänen sind Höhe und Fälligkeit der Rentenzahlungen fest definiert. Unter IFRS wird der Barwert dieser Verpflichtungen mit einem marktaktuellen Rechnungszins bewertet. Zwei Faktoren beeinflussen den Wert der Verpflichtungen daher besonders stark:

  • Zinsänderungen: Sinkende Marktzinsen erhöhen den Barwert zukünftiger Rentenzahlungen und verschlechtern den Ausfinanzierungsgrad.
  • Inflation: Sind Rentenzahlungen inflationsindexiert, steigen die Verpflichtungen bei höherer Inflation entsprechend an.

Veränderungen der Verpflichtungsbewertung unter IFRS werden direkt im OCI und im Eigenkapital des Unternehmens sichtbar. Deshalb stellen ungesicherte Zins- und Inflationsrisiken eine wesentliche Quelle bilanzieller Volatilität dar.

Was versteht man unter Liability Driven Investing (LDI)?

Liability Driven Investing bezeichnet einen Investmentansatz, bei dem die Kapitalanlage gezielt an den Eigenschaften der Pensionsverpflichtungen ausgerichtet wird. Ziel ist es, Wertänderungen der Verpflichtungen – insbesondere infolge von Zins- und Inflationsbewegungen – auf der Anlageseite nachzubilden.

Durch diesen Gleichlauf zwischen Anlagevermögen und Verpflichtungen kann der IFRS‑Ausfinanzierungsgrad stabilisiert und die Bilanzvolatilität deutlich reduziert werden. LDI verfolgt damit nicht primär das Ziel einer Renditemaximierung, sondern die gezielte Steuerung bilanzieller Risiken.

Wann ist eine LDI Strategie sinnvoll?

Zwei Faktoren sind entscheidend für die Beurteilung der Vorteilhaftigkeit eines LDI‑Ansatzes:

  1. Primäre Bilanzsichtweise (IFRS vs. HGB)
    Während unter HGB ein geglätteter Rechnungszins verwendet wird, wirken sich Marktzinsänderungen unter IFRS unmittelbar auf die Bilanz aus. LDI Strategien sind daher vor allem für Pensionspläne mit IFRS Fokus relevant.
  2. Erreichter Ausfinanzierungsgrad
    Mit steigendem Ausfinanzierungsgrad wächst der Anreiz, erreichte Fortschritte abzusichern und Risiken zu reduzieren. Eine höhere Allokation in LDI Strategien kann dazu beitragen, den erreichten Ausfinanzierungsgrad nachhaltig zu stabilisieren.

LDI Lösungen lassen sich dabei bereits ab einem Anlagevolumen von rund 50 Millionen Euro effektiv und effizient umsetzen.

Wie adressiert LDI Verpflichtungsrisiken konkret?

LDI‑Portfolios kombinieren in der Regel langlaufende Anleihen mit derivativen Instrumenten wie Zins- und Inflationsswaps. Diese ermöglichen eine präzise Steuerung der relevanten Risikofaktoren bei vergleichsweise geringer Kapitalbindung.

Durch die gezielte Absicherung von Zins‑ und Inflationsrisiken kann die Wertentwicklung der Verpflichtungen auf der Anlageseite weitgehend repliziert werden. Dadurch wird der Ausfinanzierungsgrad stabilisiert und unerwünschte Bilanzausschläge abgefedert.

LDI und Cashflow Driven Investing (CDI): Abgrenzung und Zusammenspiel

Während LDI primär auf die Stabilisierung der Bilanzkennzahlen abzielt, adressiert Cashflow Driven Investing (CDI) vor allem die konkreten Rentenzahlungen. CDI‑Portfolios werden so konstruiert, dass die zukünftigen Rentenzahlungen möglichst vollständig durch Kupons und Tilgungen aus dem Portfolio gedeckt sind.

In der Praxis ergänzen sich beide Ansätze häufig: LDI steuert die bilanziellen Risiken aus Zins- und Inflationseinflüssen, während CDI die planbare Liquiditätsbereitstellung sicherstellt. Die Kombination beider Strategien kann insbesondere für reife Pensionspläne mit hohem Ausfinanzierungsgrad sinnvoll sein.

Umsetzung von LDI Strategien in der Praxis

Die erfolgreiche Implementierung einer LDI‑Strategie erfordert eine enge Verzahnung von Bilanzverständnis, Kapitalmarktkompetenz und Portfoliomanagement‑Expertise. Die Erstellung einer maßgeschneiderten LDI‑Benchmark, die die spezifischen Eigenschaften der Pensionsverpflichtungen widerspiegelt, ist dabei ein integraler Bestandteil.

Darauf aufbauend werden Absicherungsgrad, Investmentuniversum und Risikobudget festgelegt. Die laufende Umsetzung erfolgt konsequent entlang dieser Benchmark und wird durch ein transparentes Reporting begleitet, welches die Wirksamkeit der Absicherungsstrategie nachvollziehbar darstellt.

Weitere Informationen zu konkreten LDI- und CDI Strategien für institutionelle Investoren finden Sie auf unserer LDI-Website: https://de.allianzgi.com/de-de/pro/unsere-services/ldi-cdi-strategien

 

„Liability Driven Investing ermöglicht es Pensionsplänen, Zins-  und Inflationsrisiken gezielt zu steuern und den erreichten Ausfinanzierungsgrad nachhaltig abzusichern.“ 

Laslo Bollmann, Allianz Global Investors

Fazit

Liability Driven Investing ist ein wirkungsvolles Instrument zur Steuerung von Pensionsverpflichtungen unter IFRS. Durch die gezielte Absicherung zentraler Risikofaktoren können Pensionspläne ihren Ausfinanzierungsgrad stabilisieren, Bilanzvolatilität reduzieren und eine robuste Grundlage für die langfristige Steuerung schaffen.

Gerade im aktuellen Marktumfeld mit erhöhten Zinsniveaus und anhaltender Unsicherheit über die Inflationsentwicklung bietet LDI einen strukturierten Ansatz, um den Ausfinanzierungsgrad nachhaltig abzusichern.

 

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